Monographien

Gerechtigkeit und Wohlwollen. Das Völkerrechtskonzept des Bartolomé de Las Casas. Aachen: Shaker 2006

Bartolomé de Las Casas (1484-1566) – Missionar, Bischof, „Apostel der Indios“ – hat Grundlagen eines Völkerrechtskonzepts erarbeitet, in dem Gerechtigkeit und Wohlwollen als Leitmotive erkennbar sind. Die vorliegende Schrift, die im Erscheinungsjahr von der Fakultät I der Technischen Universität Berlin als Dissertation angenommen wurde, stellt dieses Konzept anhand der einschlägigen sozialethischen und staatsrechtlichen Werke des Dominikanerpaters dar und wagt eine Aktualisierung der lascasianischen Thesen vor dem Hintergrund der Parallelen zwischen der „ersten Globalisierung“ um 1500 und der „zweiten Globalisierung“ heute. So werden für zentrale völkerrechtliche Fragen unserer Zeit (humanitäre Interventionen, Welthandel, Migration) Ansätze erschlossen, die vom christlichen Ethos des Las Casas durchwirkt sind. Es wird deutlich, dass der schwierige Prozess einer Reform des Völkerrechts und der gesamten internationalen Ordnung nur erfolgreich sein kann, wenn er vom Bewusstsein für Gerechtigkeit und von der Bereitschaft zum Wohlwollen getragen ist.

Rezension:

Journal of the History of International Law. Vol. 10 (2008), No. 1, S. 157-166 (Carlo Focarelli)

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Annexion – Anbindung – Anerkennung. Globale Beziehungskulturen im frühen 16. Jahrhundert. Hamburg: Tredition 2008

getmmoasp

Die Entdeckung der Neuen Welt schuf neue Beziehungen und die Notwendigkeit ihrer rechtlichen Ausgestaltung. In der Auseinandersetzung um die Legitimität der spanischen Eroberungen auf dem amerikanischen Kontinent entwickeln sich Grundgedanken des modernen Völkerrechts. Dabei bilden sich drei Richtungen heraus: eine kolonistische, vertreten von Juan Ginés de Sepúlveda, die angesichts des Eroberungstatbestands die Eingliederung der Neuen in die Strukturen der Alten Welt verlangten und damit für die Fortschreibung des ius gentium als Verbandsrecht eintraten und eine kolonialkritische, die zu einem ius inter gentes und damit einer neuen Form des Beziehungsrechts zwischen Spanien und Amerika gelangte. Diese Richtung wird von der akademischen Staatstheorie um Francisco de Vitoria und seiner „Schule von Salamanca“, die sich um die rechtliche Anbindung der Kolonien an Spanien bemühte, ebenso vertreten wie von den „Indio-Verteidigern“, denen es um die Anerkennung der autochtonen Bevölkerung ging. Diese dritte Richtung ist vor allem mit dem Namen Bartolomé de Las Casas verbunden, dessen Völkerrechtskonzept in der vorliegenden Schrift ausführlich gewürdigt wird.

Rezensionen:

Literaturmarkt (Iris Gareis)

Geschichte transnational / HSK Soz-u-Kult (Sven Korzilius)

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Ethik für heute. Moraltheoretische Überlegungen zu Terrorismus, Menschenrechten und Klimawandel. London: Turnshare 2009.

Bordat: Ethik für heute

 

 

 

 

 

 

Terrorismus, die Verletzung von Menschenrechten und der Klimawandel zählen zu den großen Menschheitsproblemen des globalisierten Zeitalters. Der Begriff der Verantwortung entpuppt sich bei der Bewältigung dieser Probleme als Schlüsselkonzept: Verantwortung für den Menschen und die Achtung seiner Würde, Verantwortung für die Sicherheit der Bevölkerung und den Schutz elementarer Menschenrechte, Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung. In dem vorliegenden Buch werden nach theoretischen Betrachtungen zur Ethik diese aktuellen Probleme behandelt und aus moraltheoretischer Sicht besprochen. Die Praxisfälle zeitgenössischer Ethik werden dabei auf das moralische Kernkonzept der Verantwortung zurückgeführt und an moralische Grundbegriffe wie Würde und Gewissen angebunden, die ihre letzte unhintergehbare Basis in der christlichen Anthropologie finden, die den Menschen als Ebenbild Gottes ausweist.

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~ von jobo72 - Juni 16, 2008.

 
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